Trauriges

10 Hunde-Bitten an den Menschen

Mein Leben dauert 10-15 Jahre. Jede Trennung von dir wird für mich Leiden bedeuten. Denke daran – ehe du mich anschaffst.

Gib mir Zeit zu verstehen, was du von mir verlangst.
Setze Vertrauen in mich – ich lebe davon.
Zürne mir nie lange und sperre mich zur Strafe nicht ein! Du hast deine Freunde, deine Arbeit, deine Hobbies – ich hab nur Dich.
Sprich mit mir!
Wenn ich auch deine Worte nicht ganz verstehe, so doch die Stimme, die sich an mich wendet.
Wisse: Wie immer an mir gehandelt wird – ich vergesse es nie!
Bedenke, ehe du mich schlägst, dass meine Kiefer mit Leichtigkeit deine Knochen zerquetschen können – dass ich aber keinen Gebrauch davon mache.
Ehe du bei der Arbeit mit mir schimpfst, bedenke: Vielleicht bin ich krank, müde oder habe ein verbrauchtes Herz.
Kümmere dich um mich, wenn ich alt werde. Auch du wirst einmal alt sein.
Sage nie „Ich kann so etwas nicht sehen“ oder „Es soll in meiner Abwesenheit geschehen“. Begleite mich auf meinem letzten Gang, denn alles ist leichter für mich mit Dir an meiner Seite.

Testament und Letzter Wille eines Hundes

Ich besitze wenige Güter die ich hinterlassen kann.
Nichts Wertvolles ist mein Eigentum, außer meiner Liebe und meinem Glück.
Ich bitte meine Besitzer, dass sie mich immer im Gedächtnis behalten, aber sie nicht wegen mir leiden.
In meinem Leben bemühte ich mich, ihnen ein Trost in traurigen Momenten und Freude in ihrem Glück zu sein.
Es tut mir weh, ihnen mit meinem Tod Kummer zu bereiten.

Die Stunde des Abschieds ist gekommen und es fällt schwer, sie zu verlassen. Aber zu sterben wird nicht traurig sein, denn der Hund fürchtet nicht den Tod.
Eine große Bitte noch; ich hörte oft von meinen Menschen: “Wenn er stirbt, wollen wir keinen Hund mehr. Wir lieben ihn so sehr, dass wir keinen anderen haben möchten“.
Ich bitte meine Menschen sich aus Liebe zu mir wieder einen Hund aufzunehmen. Es nicht zu tun, wäre eine traurige Erinnerung an mein Andenken. Ich möchte die Gewissheit haben, dass sie, gerade weil ich in ihrer Familie lebte, nun nicht mehr ohne Hund leben können.
Ich war nie eifersüchtig oder erbärmlich, spielte mit der schwarzen Katze, teilte in kalten Tagen den Teppich mit ihr und all die anderen Dinge aus Treue und Liebe.
Ich hinterlasse meinem Nachfolger meine Halsband und die Leine und wünsche ihm, dass er – wie ich- das Glück in diesem Haus genießt.
Das letzte Abschiedswort an meine Lieben: „Wenn Ihr mein Grab besucht, denkt an mich voller Traurigkeit, aber auch mit dem Wissen, dass hier eine Kreatur ruht die Euch liebte. So tief mein Schlaf auch sein mag, ich werde euch hören und selbst die große Macht des Todes wird nicht verhindern können, dass meine Seele dankbar mit dem Schwanz wedelt.


Warum?

Du hast in meine Augen gesehen,
da war es schon um dich geschehen.
Du hast mich mit nach Hause genommen,
ich bin ganz neugierig mitgekommen.
Du hast mich stolz spazieren geführt,
die Bewunderung der Passanten
hast du gespürt.
Du hast mit mir getobt und gespielt,
und dich eine Weile glücklich gefühlt.

Dann hab ich auf den Teppich gemacht.
Da hast du nicht mehr so freudig gelacht.
Dann musstest du fort, ich weiß nicht wohin,
ich hab nur gespürt, wie lästig ich bin.
Dann wurde ich größer, dir fehlte die Zeit,
ich wollte zwar brav sein, doch bald gab es Streit.
Dann hab‘ ich vor Frust die Möbel zerkaut,
das war dir zuviel, und du wurdest laut.

Du hast von Erziehung und Härte gesprochen,
und ich habe Deinen Zorn gerochen.
Du hast mich verbannt aus deinem Haus,
aus dem Zwinger kam ich nur noch selten raus.
Du hast mir Futter und Wasser gegeben
und gedacht, das sei genug für mein Leben.
Du hast ein neues Spielzeug gefunden –
und hattest die Nase voll von uns Hunden.

Dann wurde ich krank, lag einsam im Stroh,
ich dachte, mein Herz wird nie wieder froh.
Dann hast du bei mir nicht mehr saubergemacht,
mir nur noch meinen Fressnapf gebracht.
Dann hab‘ ich gewusst, bald ist es vorbei,
denn niemand hört meinen stummen Schrei.
Dann ging ich hinüber, weit von dir fort,
an einen neuen, besseren Ort.

Es bleibt nur ein trauriger Blick zurück.
Soviel Leid für ein klein wenig Glück?
Ich frage dich, warum liebtest du mich?
Ich war doch nur ein Spielzeug für dich.
Du hast mich gewollt, du hast mich bekommen,
du hast mir mein ganzes Leben genommen.

Warum liebtest du mich?
Hast mich niemals begriffen.
Hast auf alle meine Gefühle gepfiffen.
Dein Herz ist kalt. Wird niemals warm.
Bei all dem Spielzeug bist du – arm…

Ein Gedicht von Ingrid Winiawsky

Hier ist mein Geheimnis …
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar; die Menschen haben diese Wahrheit vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.
(Antoine de Saint Exupery)

Der alte Kettenhund

Ich bin allein; es ist schon Nacht und stille wird’s im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht, dort ruht mein Herr sich aus.
Er liegt im warmen Federbett, deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Brett bewache seine Ruh.
Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht, der Wind aus Ost weht kalt;
Die Kälte ins Gebein mir kriecht, ich bin ja auch schon alt.
Die Hütte, die mein Herr versprach, erlebe ich nicht mehr,
der Regen tropft durchs morsche Dach, Stroh gab es längst nicht mehr.
Die Nacht ist kalt, der Hunger quält, mein Winseln niemand hört,
und wüsst‘ mein Herr auch, was mir fehlt, er wird nicht gern gestört.
die Nacht ist lang, zum zehnten Mal leck‘ ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt, den grub ich längst schon aus.
Die Kette, die schon oft geflickt, sie reibt den Hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück und nie werd ich sie los.
Was Freiheit ist, das lern ich nie, doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg‘ ich, warte auf den Tod, denn dieser macht mich frei.

Verfasser nicht bekannt